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Social Media · Fortgeschritten · Nichts geht raus ohne Klick

Dein KI-Content-Team: vier Rollen und eine Regel

Ein einziger Prompt „schreib mir einen Post“ liefert Mittelmaß. Vier getrennte Rollen liefern Beiträge, die du gern freigibst: eine sucht Themen, eine schreibt, eine baut das Bild, eine prüft den Einstieg. Hier sind die Rollen, je ein Prompt und die Regel, an der wir nicht rütteln.

8 Min Lesezeit

David Koch · aktualisiert am 26.10.2026

Vier weiße Roboter-Assistenten sitzen um einen runden Holztisch: einer hält eine Lupe über Notizkarten, einer einen Bleistift, einer ein Bild mit Landschaft, einer eine rote und eine grüne Fahne. In der Mitte liegt ein fertiger Beitrag unter einem großen goldenen Knopf.

Wer mit KI Beiträge schreibt, fängt meist mit einem Satz an: „Schreib mir einen Instagram-Post über unser neues Angebot.“ Heraus kommt ein Text, der nach allen klingt und nach niemandem. Das liegt nicht am Modell. Eine einzige Anfrage soll gleichzeitig recherchieren, schreiben, gestalten und sich selbst kritisieren. Das schafft auch kein Mensch in einem Atemzug.

Bei uns arbeitet deshalb ein Team aus mehreren Rollen. Sie haben Namen, zum Beispiel LUNA und PIXEL, und jede macht genau eine Sache. Am Ende steht ein Entwurf, und den gibt ein Mensch frei. Erst dann geht er raus.

Die KI bereitet vor. Veröffentlicht wird nur, was du angeklickt hast.

Die vier Rollen im Überblick

  1. 1<strong>Themen</strong>: findet, worüber deine Zielgruppe gerade spricht, und schlägt drei Themen mit Begründung vor.
  2. 2<strong>Text</strong>: schreibt aus einem freigegebenen Thema Caption oder Sprechtext in deiner Stimme.
  3. 3<strong>Bild</strong>: beschreibt das Titelbild oder die Folien so genau, dass ein Bildmodell oder ein Mensch sie bauen kann.
  4. 4<strong>Hook-Prüfung</strong>: liest nur den Einstieg und das Titelbild und sagt, ob jemand nach zwei Sekunden noch dabei ist.

Die Reihenfolge ist wichtig. Jede Rolle bekommt das Ergebnis der vorigen, nicht die ursprüngliche Frage. So baut jeder Schritt auf etwas Geprüftem auf.

Bevor du anfängst: die Markenakte

Alle vier Rollen brauchen dieselbe Grundlage. Schreib sie einmal auf und gib sie jeder Rolle mit. Eine Seite reicht:

Vorlage: Markenakte
Marke: [NAME]
Was wir anbieten: [EIN SATZ]
Für wen: [ZIELGRUPPE, so konkret wie möglich]
Was sie nachts wach hält: [DREI PROBLEME IN IHREN WORTEN]
Wie wir klingen: [z. B. per du, kurz, ehrlich, ohne Fachchinesisch]
Wörter, die wir nie benutzen: [LISTE]
Was wir nie versprechen: [z. B. Heilung, garantierte Ergebnisse]
Belegte Zahlen, die wir nennen dürfen: [NUR MIT QUELLE]

Rolle 1: Themen

Die Themen-Rolle schreibt keinen Text. Sie liefert Vorschläge, aus denen du einen wählst. So entscheidest du schon am Anfang, worüber gesprochen wird.

Prompt: Themen-Rolle
Du bist die Themen-Rolle in einem Content-Team. Du schreibst keine Beiträge.

Markenakte: [EINFÜGEN]
Kanal: [z. B. Instagram Reels]
Ziel dieses Beitrags: [z. B. Leute auf unseren Guide bringen]

Schlag mir 3 Themen vor. Für jedes:
1. Das Problem in den Worten der Zielgruppe (ein Satz)
2. Warum gerade jetzt (Anlass, Saison, Frage aus Kommentaren)
3. Was der Zuschauer danach kann oder weiß

Keine erfundenen Zahlen. Wenn du einen Trend nennst, sag, woher du ihn hast.

Rolle 2: Text

Die Text-Rolle bekommt genau ein freigegebenes Thema. Je enger die Vorgaben, desto weniger musst du später umschreiben.

Prompt: Text-Rolle
Du bist die Text-Rolle in einem Content-Team.

Markenakte: [EINFÜGEN]
Freigegebenes Thema: [EINFÜGEN]
Format: [Caption oder Sprechtext für ein Reel von 30 bis 45 Sekunden]

Regeln:
- Erste Zeile höchstens 125 Zeichen, sie endet offen, damit man weiterliest.
- Sprich die Zielgruppe mit du an.
- Ein Gedanke pro Absatz. Keine Gedankenstriche.
- Kein „In der heutigen Zeit“, kein „Gamechanger“, keine Ausrufezeichen-Ketten.
- Schluss: eine klare Handlung, z. B. „Kommentiere WORT“.
- Zahlen nur aus der Markenakte.

Liefere 2 Fassungen und sag in einem Satz, worin sie sich unterscheiden.

Rolle 3: Bild

Die Bild-Rolle malt nicht selbst. Sie schreibt eine Bildbeschreibung, die ein Bildmodell, eine Grafikerin oder du in Canva umsetzen kannst. Der Fehler, den wir am häufigsten gesehen haben: ein Titelbild, das nur aus Text besteht, oder ein abstraktes Motiv, das niemand in zwei Sekunden versteht.

Prompt: Bild-Rolle
Du bist die Bild-Rolle in einem Content-Team.

Markenakte: [EINFÜGEN]
Freigegebener Text: [EINFÜGEN]

Beschreibe das Titelbild:
1. Motiv: was ist zu sehen, wer oder was steht im Mittelpunkt
2. Überschrift im Bild: höchstens 6 Wörter, Nutzen statt Rätsel
3. Licht, Farben, Stimmung (passend zu unseren Markenfarben [FARBEN])
4. Was auf keinen Fall im Bild sein darf

Regeln: kein reines Textbild, nichts Abstraktes. Wer das Bild zwei Sekunden sieht, muss wissen, worum es geht.
Liefere 3 unterschiedliche Ideen.

Rolle 4: Hook-Prüfung

Die Prüf-Rolle bekommt nur den ersten Satz und die Bildbeschreibung, nicht den ganzen Beitrag. So urteilt sie wie jemand, der gerade scrollt.

Prompt: Hook-Prüfung
Du bist die Hook-Prüfung in einem Content-Team. Du bist streng.

Zielgruppe: [EINFÜGEN]
Erster Satz: [EINFÜGEN]
Titelbild: [BESCHREIBUNG EINFÜGEN]

Bewerte mit Ja oder Nein und je einem Satz Begründung:
1. Versteht man in 2 Sekunden, worum es geht, ohne Vorwissen?
2. Steht der Schmerz oder Wunsch in den Worten der Zielgruppe da?
3. Will man wissen, wie es weitergeht?
4. Verspricht der Satz nur, was der Beitrag hält?

Bei einem Nein: schlag 2 bessere erste Sätze vor. Erfinde keine Zahlen.

Die Regel: nichts geht raus ohne Klick

Hier liegt der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Risiko. Bei uns hat keine Rolle das Recht, selbst zu posten, Nachrichten zu senden oder Geld auszugeben. Alles mit Außenwirkung landet als Entwurf in einer Freigabe-Liste. Dort steht der fertige Beitrag mit Bild, Text und Termin, und ein Mensch klickt auf „Freigeben“ oder schreibt dazu, was sich ändern soll.

  • Die KI bekommt keine Zugangsdaten zum Posten, oder nur über einen Schritt, der deine Freigabe abfragt.
  • Jeder Entwurf zeigt, was sich seit der letzten Fassung geändert hat.
  • Deine Änderungswünsche gehen an die Rolle zurück, die zuständig ist, nicht an alle.
  • Was du dreimal gleich korrigierst, wandert als Regel in die Markenakte.

Warum der Klick bleibt

Ein Beitrag steht unter deinem Namen. Ein falscher Preis, ein Heilversprechen oder ein fremdes Bild ohne Rechte fällt auf dich zurück, nicht auf die KI. Der Klick kostet dich zehn Sekunden und schützt dich vor dem Teil, den keine Prüfung sicher abfängt.

Checkliste zum Mitnehmen

  • Markenakte auf einer Seite, jede Rolle bekommt sie
  • Themen-Rolle schlägt vor, du wählst
  • Text-Rolle bekommt nur das freigegebene Thema
  • Bild-Rolle: kein reines Textbild, nichts Abstraktes
  • Hook-Prüfung sieht nur Einstieg und Titelbild
  • Kein Posten ohne deinen Klick
  • Wiederkehrende Korrekturen werden zu Regeln

Häufige Fragen zum KI-Content-Team

Brauche ich dafür vier verschiedene KI-Programme?

Nein. Du kannst alle vier Rollen im selben Chat nacheinander ausführen, am besten jede in einem eigenen neuen Gespräch, damit sich die Rollen nicht vermischen. Später lassen sich die Schritte mit Claude oder einer Automatisierung verketten.

Muss ich KI-Bilder kennzeichnen?

Das hängt vom Bild und von der Plattform ab. Plattformen wie Instagram haben eigene Kennzeichnungsregeln für realistisch wirkende KI-Inhalte. Prüf vor dem Posten die aktuellen Regeln deiner Plattform. Keine Rechtsberatung.

Wie viele Beiträge schafft so ein Team?

Die Grenze liegt bei dir, nicht bei der KI: Du musst jeden Entwurf ansehen. Plan so viele Beiträge, wie du in Ruhe freigeben kannst.

Selbst bauen oder fertig nutzen?

Mit den Prompts oben baust du dein Team heute im Chat nach. Wie du daraus eine Strecke mit Freigabe-Liste machst, zeigen wir in der kostenlosen Business Dezigner Academy.

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